Studium Generale - 29. Trimester

Mit dem “Studium Generale” bietet Ihnen Ihre Volkshochschule einen allgemein bildenden Lehrgang, der grundlegende Informationen aus den wichtigsten Wissengebieten aus Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften präsentiert. Ziel ist es, ein profundes Allgemeinwissen zu vermitteln und den persönlichen Bildungsprozess anzuregen und zu vertiefen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Ein Neueinstieg in das Studium Generale ist zum Trimesterbeginn möglich.
Beachten Sie bitte: Durch Krankheit des Dozenten o.ä. können sich in der Themenauswahl oder der Reihenfolge der Termine auch während des Trimesters kurzfristig Änderungen ergeben! Eine ausführliche Kursbeschreibung finden Sie im Internet unter www.vhs-rosenheim.de.

Block I: Zwischen Hexenkult und Hexenwahn
Dozent: Martin Schneider
10.01./17.01./24.01.2019

Zur Kulturgeschichte von Magie und Zauberei

„Magie“ bezeichnet Praktiken, um über Kräfte, die speziellen Worten, Gegenständen oder Handlungen innewohnen sollen, den menschlichen Willen auf die Umwelt oder das Schicksal eines anderen Menschen zu übertragen. In historischen aber auch zeitgenössischen Kulturen wird sie zur Erzeugung vielfältiger nützlicher oder schädlicher Wirkungen eingesetzt: zur Beeinflussung des Wetters ebenso wie zur Heilung eines Menschen von Krankheiten oder auch zur Tötung von Feinden. Bei der Magie handelt es sich um ein Lebens- und Glaubenssystem, das nicht in ein aufgeklärt-rationales naturwissenschaftliches Weltbild eingeordnet werden kann. Die Veranstaltung führt in das magische Denken in ausgewählten historischen Kulturen ein und zeigt, welche Bedeutung es auch im Hinblick auf die Entstehung der modernen Naturwissenschaften hatte.

Hexenjagd – Zwischen Glaube, Wahn und Politik

In Europa forderte die Verfolgung angeblicher Hexen und Hexenmeister zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert schätzungsweise 40.000 – 60.000 Opfer. Ihnen wurde v.a. Schadenszauber zugeschrieben, der das Vieh erkranken ließ und Missernten erzeugte und den man für wirtschaftliche sowie soziale Krisen verantwortlich machte. In der Regel wurden den Betroffenen vorgeworfen, mit dem Teufel im Bunde zu stehen. Besonders der "Hexenhammer" der Inquisitoren Heinrich institorius (1430 – 1505) und Jacob Sprenger (1436 – 1495) entfaltete bei der Verfolgung angeblicher Hexen eine unheilvolle Wirkung. Der Vortrag skizziert die Ereignisgeschichte der Hexenverfolgungen, die sich letztlich auch in den USA ausbreiteten. Er analysiert den Hexenwahn als ein Konglomerat aus Aberglaube, christlicher Dämonologie und Straftatbeständen der Inquisition, aber auch gesellschaftlich-wirtschaftlicher und politischer Entwicklungen.

Hexen und Zauberer im Märchen

Märchen gehören zum Kulturgut aller Völker, in denen es vor magischen Elementen, Feen, Hexen und Zauberern nur so zu wimmeln scheint. Am Beispiel des europäischen Volksmärchens soll zunächst eine Definition des Märchens  vorgenommen werden. Anschließend widmet sich der Vortrag der Frage, wie Hexen und Zauberer in ihrer guten und bösen Variante dargestellt werden und welche Funktion die Magie in der Geschichte übernimmt.


Block II: Berühmte Kunstsammlungen
Dozentin: Ute Harriet Cladigau
31.01./07.02./14.02.2019

Isabella d’Este und die Mantuaner Hofkunst
Isabella d'Este (1474-1539), Markgräfin von Mantua, war Antikensammlerin, Kunstmäzenin und eine der schillerndsten Persönlichkeiten der italienischen Renaissance.
Als eine der Ersten widmete sie dem Ausstellen einer zu dieser Absicht konzipierten Sammlung einen eigenen Raumkomplex. Ihr studiolo stellte einen Höhepunkt in der Entwicklung dieses Raumtyps in der italienischen Renaissance dar und war wegweisend für die Entwicklung moderner Sammlungen und Sammlungsräume. Die Räume enthielten unter anderem antike Skulpturen, Medaillen, Kameen, Gefäße und Bilder. Sie beauftragte die bedeutendsten Künstler und Bildhauer der damaligen Zeit. Hier wurden „Kunstverständnis, Kunstförderung und Kunsterwerb zum Parameter höfischer Selbstdarstellung“. Dank der erlesenen Besucher erfuhr die Sammlung eine Verbreitung in ausgewählten Kreisen.

Die Künstlervilla Franz von Stucks
Die Villa Stuck ist eines der bedeutendsten existierenden Künstlerhäuser in Europa. Franz von Stuck (1863-1928) errichtete 1897/98 nach eigenen Entwürfen eine Villa mit privaten Wohn- und Repräsentationsräumen sowie einem Künstleratelier. Er vereinte Elemente aus Antike, Byzanz, Orient und Hochrenaissance mit den Entwicklungen der Kunst des 19. Jahrhunderts, des internationalen Jugendstils und den eigenen künstlerischen Arbeiten zu einem Gesamtkunstwerk.
Anfang März 2018 konnte das 50 jährige Jubiläum des Museums Villa Stuck gefeiert werden. Zum Jubiläumsjahr wurde eines der größten Künstlerateliers seiner Zeit erstmals in seiner ursprünglichen Funktion und Disposition gezeigt, mit einer Überblicksausstellung der Skulpturen und  Malereien Stucks, darunter die berühmte pfeilschießende Amazone, die anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten aus dem Vorgarten zurück in das Ateliergebäude zog.

Die Sammlung Brandhorst
Das 2009 eröffnete Museum Brandhorst , erbaut von den Berliner Architekten Sauerbruch und Hutton, im Kunstareal in der Maxvorstadt in München, beherbergt die Sammlung für moderne und zeitgenössische Kunst von Udo und Anette Brandhorst.
Seit den siebziger Jahren hat das Ehepaar Brandhorst über 700 Kunstwerke gesammelt, die die Kunst seit 1945 entscheidend beeinflusst haben. Weltweit einmalig ist der Schwerpunkt von über 170 Arbeiten des amerikanischen Künstlers Cy Twombly. Auch ist der Bestand von über 100 Arbeiten Andy Warhols mit keiner anderen Sammlung vergleichbar. In den perfekt abgestimmten Ausstellungsräumen können die großdimensionierten Werke wie der Lepanto-Zyklus von Cy Twombly oder "The Last Supper" von Andy Warhol ideal in Szene gesetzt werden. Ergänzt wurde die Sammlung durch Erwerbungen aus dem Bereich der Fotografie, Medienarbeiten und Installationen, z.B. von Damian Hirst, Mike Kelley oder Robert Gober.


Block III: Geschichte der Süddeutschen Zeitung
Dozent: Knud von Harbou
21.02./28.02./14.03.2019

Als erste große Tageszeitung Westdeutschlands wurde die SZ am 6. Oktober 1945 gegründet. Vorgestellt wird neben der Gründungsgeschichte der Zeitung auch eine bewegende Zeitgeschichte aus Sicht der SZ, die den mühsamen Versuch der Implementierung eines demokratischen Bewusstseins inmitten der frühen Adenauer-Ära erlebt. Dabei werden konkret die Reaktionen der SZ-Ressorts Politik und Feuilleton auf die politischen und kulturellen Ereignisse bis Ende der 50er-Jahre untersucht.
Die Vorlesung unterteilt sich in vier Themenblöcke:
1.    Übersicht über die Gründerzeit der SZ
2.    Funktionieren der Presse in der „Zusammenbruchsgesellschaft“ der Nachkriegsjahre
3.    Wirtschaftlicher Wiederaufbau und Antikommunismus als Leitmaximen 1945-1955
4.    Ideologie und kollektive Psyche: Zwischen NS-Erbe und US-Dominanz. Rückblick und Ausblick.



 9 Vormittage, 10.01.2019 - 14.03.2019
Donnerstag, 09:30 - 11:00 Uhr
09:30 - 11:00 Uhr
9 Termin(e)
Martin Schneider M.A.
Ute Harriet Gladigau
Knud von Harbou
Q20000
vhs Hans-Schuster-Haus, Innsbruckerstr 3, 83022 Rosenheim, Raum: Saal 1, 1. OG
Kurspreis:
90,00
(gültig ab 14 Teilnehmenden)
Kleingruppenpreis:
117,00
(gültig von 12 bis 13 Teilnehmenden)
Belegung:

Weitere Veranstaltungen von Martin Schneider M.A.