Studium Generale - 25. Trimester

Block I: Afrika
Martin Schneider
14.09./21.09./28.09.2017

Das deutsche Kaiserreich als Kolonialmacht in Afrika
Zwar hatte Otto von Bismarck den Erwerb von Kolonien nach der 1871 erfolgten Gründung des deutschen Kaiserreiches zunächst abgelehnt. Doch 1884 änderte sich seine Politik in dieser Frage. Seither erwarb das Reich sogenannte „Schutzgebiete“ in Afrika und Asien. In Afrika zählten Deutsch-Südwestafrika, Kamerun, Togo und Deutsch-Ostafrika dazu. Der erste Vortrag fragt nach den Gründen für die veränderte Politik; nach der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und militärischen Bedeutung v.a. der afrikanischen Kolonien. Welche Folgen hatte der Kolonienerwerb für die betroffenen Gebiete, für Deutschland und für die europäische Politik?

Lothar von Trotta und der Hereroaufstand 1904
Zu den schlimmsten Verbrechen der deutschen Kolonialgeschichte zählt der Vernichtungskrieg gegen die Herero- und Nama-Bevölkerung Deutsch-Südwestafrikas. Eng mit den Ereignissen verbunden erscheint der Name des deutschen Generals Lothar von Trotha. Er erhielt den Auftrag, den Aufstand der Herero niederzuschlagen. Die Geschehnisse des Jahres 1904 wurden 2015/ 2016 von der deutschen Bundesregierung offiziell als Völkermord bezeichnet. Die Veranstaltung skizziert die Ereignisse des Aufstandes und fragt nach ihrer historischen und politischen Aufarbeitung.

Flucht und Binnenmigration in Afrika  -
Viele neue Konflikte sind in den letzten Jahren weltweit ausgebrochen – die meisten von ihnen in Afrika. Sie betreffen Länder wie Libyen, Mali, Nigeria, die Elfenbeinküste, den Südsudan, die Zentralafrikanische Republik und Burundi. Folge dieser Auseinandersetzungen sind Millionen von Flüchtlingen und Vertriebenen. Doch nicht alle fliehen nach Europa, der Großteil sucht Zuflucht in afrikanischen Ländern. Diese werden dadurch aufgrund ihrer eigenen sozialen und wirtschaftlichen Situation vor massive Probleme gestellt. Die Binnenflüchtlinge selbst, denen oft jede Zukunftsperspektive fehlt, werden in der europäischen Wahrnehmung oft kaum beachtet. Der Vortrag skizziert die Ursachen und die aktuelle Situation.


Block II: Humanismus
Dr. Stefan Schmitt
12.10./19.10./26.10.2017
Der Frühhumanist Petrarca entdeckte die Faszination der Texte Ciceros neu und es begann der Ciceronianismus und mit ihm die stolze Verkündung der „aetas moderna“, des „modernen Zeitalters“. Alle Humanisten fühlten sich dem römischen Philosophen und Staatsmann Cicero verpflichtet. Philologische Forschungen wurden betrieben. Es galt das Motto „ad fontes“ (zu den Quellen!).  Der Mensch galt den Humanisten als ein neugieriges erkenntnishungriges Wesen, dessen Individualität nun genauso behauptet wurde wie seine Würde. Das neue und „moderne“ Menschenbild stellte das überkommene kirchliche in Frage. Die Geschichte der Menschheit wurde so neu bewertet. Der Frühhumanismus entstand Anfang des 14. Jahrhunderts in Oberitalien und in der Renaissance wurde auch Florenz eine „Hochburg“ der neuen Gelehrsamkeit. Ab dem Ende des 15. Jahrhunderts verbreitete er sich in ganz Europa. Im Zeitalter der Konfessionalisierung erhoben auch die Humanisten warnend ihre Stimme, so Erasmus von Rotterdam, der „König der Humanisten“. 
In diesen drei Veranstaltungen werden die zentralen Aspekte und Entwicklungen des Humanismus vorgestellt und im geistesgeschichtlichen Kontext analysiert. Auch die Folgen dieser so eminent wichtigen Strömung werden thematisiert.


Block III:
Moderne Museumsarchitektur / Kandinsky/ Rodin&Claudel
Dr. Ute Gladigau
09.11./16.11./23.11.2017

Moderne Museumsarchitektur
Im Oktober 2017 feiert das Guggenheim Museum im spanischen Bilbao sein 20-jähriges Bestehen. Stararchitekt Frank O. Gehry hat gezeigt wie man mit spektakulären Bauten Aufmerksamkeit erzielt. Entwürfe von Zaha Hadid, Herzog & de Meuron oder Daniel Liebeskind prägen das Verständnis vom Modernen Museumsbau. Daneben folgen zahlreiche neue Museen den Gesetzen des Kubus. Golden glänzt der gefeierte Erweiterungsbau des Lenbachhauses von Norman Foster.

„Can you hear music when you look at the painting?“ – W. Kandinsky und der “BlaueReiter”
Von seinen frühen Landschaften, geprägt vom bayerischen Voralpenland, und den märchenhaften Hinterglasbildern, Zeugnisse seiner russischen Heimat, vollzieht Wassily Kandinsky in seinem künstlerischen Werk den Weg in die Abstraktion. Zu der Gruppe „Der Blaue Reiter“ schlossen sich Kandinsky, Franz Marc und Gabriele Münter zusammen und trugen im Wesentlichen zu der Entwicklung des deutschen Expressionismus bei.

August Rodin und Camille Claudel
August Rodin gilt als einer der wichtigsten Bildhauer der Kunstgeschichte. Seine Figur „Der Denker“ ist berühmt wie Michelangelos „David“. Mit dem „Denker“ steht Rodin am Beginn der modernen Skulptur. Neben dem berühmten bildhauerischen Werk Rodins, stehen die Arbeiten Camille Claudels, seiner Schülerin und Geliebten, oft im Schatten. Doch steht sie in ihrem Schaffen, dem Meister kaum nach.


Block IV:
Diaeta. Die antike Küche der Griechen und Römer
Dr. Peter Peter
30.11./07.12./14.12.2017

Speisesofas und Getreidespenden
Europas Hochküche und Rezeptkultur entsteht im griechischen Süditalien, aber auch pythagoräischer Vegetarismus. Das Spannungsverhältnis Luxus/ Volksnahrung prägt auch die römische Küche: Bohnensuppen oder Luxusbanketts eines globalisierten Imperiums

Von der Amphore zum Stahltank - Oliven als Kulturträger
Der Ölbaum: Heilige Pflanze der Athene, Friedenssymbol, Spender des Olivenöls. Ölbäume werfen bis heute ihr silbriges Licht auf die mediterrane Landschaft und Küche. Kulturgeschichte eines Grundnahrungsmittels.

Pfauenzungen, Honigwein und marinierte Siebenschläfer
Trimalchios Fressermahl, Horaz' kulinarische Erfahrungen, die Rezepte des Apicius. Eine kommentierte Dichterlesung zur antiken Küche.   



 12 Vormittage, 14.09.2017 - 21.12.2017
Donnerstag, 09:30 - 11:00 Uhr
09:30 - 11:00 Uhr
12 Termin(e)
Martin Schneider M.A.
Ute Harriet Gladigau
Dr. Peter Peter
Dr. Stefan Schmitt
M20000
vhs Hans-Schuster-Haus, Innsbruckerstr 3, 83022 Rosenheim, Raum: Saal 1, 1. OG
Kurspreis:
120,00
(gültig ab 14 Teilnehmenden)
Kleingruppenpreis:
156,00
(gültig von 12 bis 13 Teilnehmenden)
Belegung: