Studium Generale - 28. Trimester

Block I: Europa
Dozent: Dr. Christoph Rohde

20.09./27.09./04.10.2018
Europa als Mythos, Ort und Idee
In dieser Stunde wird die altgriechische Sage um die Tochter Europas ebenso dargestellt
wie die einzigartigen kulturellen und politischen Errungenschaften des Kontinents.
Von der Demokratie über das römische Recht zur Aufklärung und Integrationsidee reichen
diese; demgegenüber steht aber der Schatten des Kolonialismus europäischer Mächte und
der Weltkriege

Die Genese der Europäischen Union anhand der Vertragswerke der EG
Wenig bekannt ist, dass Konrad Adenauer und Jean Monnet schon in den fünfziger Jahren
den Traum einer poitischen und militärischen Union hatten, der jedoch an realpolitischen Bedingungen scheiterte.
Statt dessen entstand ein kompliziertes System europäischer Verträge, der nach der deutschen Wiedervereinigung
im Vertrag von Maastricht und der Euroeinführung kulminierte. Der Brexit zeigte jedoch, dass eine realistische europäische Verfassung nach wie vor ein Desiderat ist. Ansätze hierzu werden aufgezeigt.

Europas Rolle in der Welt - Stärken und Schwächen.

Aufgrund seiner humanistischen Errungenschaften ist Europa Sehnsuchtsort vieler Menschen weltweit.
Deshalb sollten europäische Ideen in die Welt getragen werden. Doch Europa ist ein wirtschaftlicher Riese,
aber ein militärische Zwerg. Wie kann Europa unaufdringlich, aber effektiv global mehr Einfluss ausüben?
Zentrale Beziehungen zu anderen Mächten werden analysiert.


Block II: Geniale Erfindungen aus Bayern
Dozentin: Heidi Fruhstorfer

11.10./18.10./24.10.2018
Für die Entwicklung Bayerns waren seine Erfinder und Entdecker ein wahrer Segen. Als es Ende des 18. Jahrhunderts einem großen Teil der Bevölkerung schlecht ging, bekämpfte Graf Rumford mit seinen Erfindungen die Armut. Mit der Erfindung der Lithografie entwickelte Alois Senefelder ein preiswertes Verfahren zur Vervielfältigung der Katasterkarten, um die Grundlage für Steuereinnahmen aus Haus- und Grundbesitz zu schaffen. Joseph von Fraunhofers  Forschungen  im Bereich der Astronomie und der Optik waren bahnbrechend. Carl von Linde erfand die Kältemaschine, revolutionierte damit die gesamte Lebensmittelindustrie und gründete einen Milliardenkonzern. So auch der Franke Adolf „Adi“ Dassler. Er erfand Sportschuhe mit einschraubbaren Stollen und Spikes und legte damit den Grundstein für das Weltunternehmen „adidas“. Wilhelm Conrad Röntgen machte mit seiner spektakulären Entdeckung der Menschheit ein lebensrettendes Geschenk.

Erfindungen aus Nürnberg und aus Altdorf
Es waren die Meister des Handwerks und die Künstler in der alten Reichsstadt Nürnberg, die im 15. bis 17. Jahrhundert durch ihr Können und ihre hohe innovative     Kraft, ihrer Stadt  den wirtschaftlichen  Aufstieg und die kulturelle Blüte  brachten. Sie     versorgten die einheimische Bevölkerung mit den Konsumgütern ihrer Zeit und     produzierten Exportgüter, mit denen die Nürnberger Patrizier die Märkte Europas     belieferten. Die Kaufleute  importierten Rohstoffe, die  das leistungsstarke Handwerk zur Verarbeitung benötigte. In Nürnberg im Jahre 1492 entstand eines der bedeutendsten Kulturerzeugnisse der Geografiegeschichte. Die Stadt Altdorf, 25 km südöstlich von Nürnberg gelegen, ist auch als die  „schöne kleine Schwester Nürnbergs“ bekannt. Altdorf gewann an Bedeutung, als im Jahre  1575 die Hochschule „Academica Norica“ der Reichsstadt Nürnberg in Altdorf gegründet und 1622 zur Universität erhoben wurde. Unter den vielen Studenten und Gelehrten, die die Hohe Schule und Universität Altdorf besuchten, waren der spätere     Feldherr Wallenstein (1583 – 1634), der Komponist Johann Pachelbel (1653 – 1706) und der Universalgelehrte

 
Ersatzblock IIA: Bayern Royal
Dozentin: Marlies Lämmle

18.10.2018
  • Ludwig I - Gestalter des klassizistischen Münchens und Förderer der Künstler und Ludwig II - der bayrische Märchenkönig und seine Schlösser
25.10.2018
  • Zwei unorthodoxe Damen: Therese von Bayern und Leopoldine, Kurfürstin von Bayern:  Therese, Prinzessin von Bayern unternahm  mit einem Forscherteam ausgedehnte Expeditionen in Südamerika und am Amazonas. Tagelange Ritte durch den Dschungel, Kanufahrten auf dem Amazonas und Übernachtungen bei Einheimischen haben ihrer Gesundheit nicht geschadet. Ihre mitgebrachte Sammlung war eine große Bereicherung für München. Die Akademie der Wissenschaften in München nahm sie als Ehrenmitglied auf.
    Leopoldine, Kurfürstin von Bayer war für ihre Zeitepoche eine außergewöhnliche Frau. Mit 18 Jahren wurde sie von dem Habsburgern aus politischen Gründen mit dem 70 jährigen Kurfürsten Karl Theodor von Bayern verheiratet.  Sie revanchierte sich, indem sie die Habsburger nicht ans Sterbebett ihres Mannes vorließ, sondern  den Zweibrücker Max Josef aus dem Haus Wittelsbach nach München rief um die Nachfolge Karl Theodors anzutreten. Sie war eine unglaublich tüchtige Geschäftsfrau. Selbst in Paris an der Börse spekulierte sie. Alles, was sie unternahm, versprach Profit. Als sie im fortgeschrittenen Alter nach Österreich reisen wollte verunglückte ihre Kutsche. Sie starb an inneren Verletzungen. Ihr Grab und das ihres Mannes, Graf Arco, befindet sich in der Nähe von Neuburg an der Donau.



Block III: Bauhaus - 100 jähriges Jubiläum 2019
Dozentin: Olena Balun

08.11./15.11./21.11.2018
Das Staatliche Bauhaus wurde 1919 in Weimar als Kunstschule gegründet, die sich ein kühnes Ziel setzte, „den neuen Bau der Zukunft, der alles in einer Gestalt sein wird: Architektur und Plastik und Malerei“ zu erschaffen und dadurch Kunst und Leben in Einklang zu bringen. Für die Umsetzung dieser Pläne wurden berühmte Avantgarde-Künstler als Pädagogen berufen und revolutionäre  Lehrpläne entwickelt.
Obwohl die Kunstschule nur 14 Jahre lang bestand und ihre Wirkungsorte wechselte (Weimar, Dessau, Berlin), konnte sie zahlreiche Ideen erfolgreich durchführen und wurde weltweit mustergültig in Fragen Design und Pädagogik. Zudem entstand ein nachhaltiger Mythos vom  „Bauhaus-Stil“, der bis in die Gegenwart reicht.
Im Jahr 2019 wird das Gründungsjubiläum des Bauhauses gefeiert. Zahlreiche Museen bereiten Begleitveranstaltungen vor, zu deren Schwerpunkten Themen gehören – wie beispielsweise Theater und Architektur – die wir in unseren Veranstaltungen ausführlich besprechen werden. Einzelne Sitzungen sind als thematische Blocks aufgebaut, deren Inhalt wie folgt kurz zusammengefasst ist:

Das Staatliche Bauhaus in Weimar
Im April 1919 veröffentlichte Walter Gropius in Weimar das Bauhausmanifest. Darin rief er alle schöpferisch Tätigen zum Aufbau einer neuen Gegenwart auf, die Kunst und Leben miteinander vereinen sollte. Er plädierte für gestalterichte Rationalität, die eine harmonische soziale Gesellschaft untermauern soll.
Auf das Manifest folgte das pädagogische Programm der Gestaltungsschule, die durch künstlerische Erziehung einen neuen, mit allen Sinnen begabten, ganzheitlich gebildeten Menschen entstehen lassen wollte, fähig eine neue Gegenwart und Zukunft zu errichten. Das Programm war recht ungewöhnlich, fern von jeglichen akademischen Strukturen, aufgebaut nach dem Werkstättenprinzip. Das Ausprägen menschlicher Qualitäten im Laufe der Ausbildung war für das Bauhaus genauso wichtig wie Vermittlung von Wissen. Daher wurde oft keine strickte Linie zwischen Freizeit und Unterricht gezogen. Ein prägnantes Beispiel dafür bieten das Bauhaustheater und die Bauhausfeste.

Neuorientierung der Hochschule für Gestaltung in Dessau
Durch politisch erzwungene Umstände musste Bauhaus 1926 von Weimar nach Dessau umziehen. Die Struktur und Inhalte erfuhren einige Änderungen, wurden rationaler, industrielles Design trat in den Vordergrund, künstlerische Disziplinen wurden zurückgedrängt. In dieser Zeit entstehen stilprägende Objekte (Möbel, Geschirr), die bis heute als Designklassiker gelten. Vor allem aber konnten die Bauhäusler hier endlich ihre Architekturprojekte verwirklichen. Der Bau der Gestaltungsschule wurde nun zum Ausdrucksträger des Bauhauses. Seine Glassfassade war sowohl ein technisches Novum als auch eine symbolische Aussage über die Transparenz der Schule und ihr Eingebundensein in die äußere Welt.
Die Umstrukturierung der Gestaltungsschule und die prominenten Architekturprojekte – das Bauhaus-Gelände und die Meisterhäuser – stehen im Fokus der zweiten Sitzung.

Die letzten Jahre der Bauhaus-Geschichte
Die politischen Unruhen der späten 1920er Jahre führten zu einem schnellen Direktorenwechsel. Der Bauhausgründer Walter Gropius trat 1928 zurück, und zum Direktor wurde Hannes Mayer gewählt, der jedoch aufgrund seiner kommunistischen Ansichten schon bald einer Hetzkampagne ausgesetzt wurde. Ab 1930 kleidete das Amt des Direktors ein internationaler Star, Ludwig Mies van der Rohe. Sein Name war eine Marke, sein Projekt des deutschen Pavillons für die Weltausstellung in Barcelona gilt bis heute als Klassiker der deutschen Avantgarde-Architektur. Von seiner Autorität erhoffte sich das Bauhaus nach all den Querelen endlich eine Stabilität. Jedoch wurde es bald von politischen Repressalien des Nationalsozialismus überrollt, der Umzug nach Berlin 1932 rettete die Situation nicht. Am 11. April 1933 wurde das Bauhaus geschlossen. Die Schicksale der Künstler im NS-Deustchland nahmen unterschiedliche Entwicklungen, manche haben im Auftrag des Regimes noch eine Weile gearbeitet, für viele wurde die Emigration zum einzigen Rettungsweg.

Block VI: Fremde Küche in Deutschland, Deutsche Küche in der Fremde
Dozent: Dr. Peter Peter

29.11./06.12./13.12.2018
Alpenküche
Schon immer kamen Waren, Rezepte, Gewürze über die Alpenpässe – hier entstanden die  frühsten Gasthöfe Europas. Slowenien und die Schweizer Kantone, Österreich, Oberbayern, der norditalienische Alpenraum, das Aostatal und Savoyen: Eine Megaregion kulinarischen Austausches – und zugleich gehüteter Traditionen abgelegener Täler. Moderne Alpenküche entdeckt Geschmacksgemeinschaften über Staatsgrenzen hinaus.


Pommes Frites, Pizza, Sushi, Döner
Wieso sind diese Speisen global so erfolgreich geworden? Und wie haben sie sich dabei verändert? Welche Rolle spielten Auswanderer dabei? Eine Analyse der kulturellen und ökonomischen Faktoren, die unser „tägliches Fastfood“ prägen.


Adelsrezepte, Gastarbeiterküche, Asylanten-Foodtrucks
Vom mongolischen Sauerkraut bis zu den italienischen Maultaschen, von der französischen Roulade und Boulette bis zum böhmischen Knödel, von der ungarischen Gulaschsuppe bis zur syrischen Falafelbude. Wie deutsche Küche schon immer vom Dialog mit dem Fremden profitiert hat.






 12 Vormittage, 20.09.2018 - 13.12.2018
Donnerstag, 09:30 - 11:00 Uhr
09:30 - 11:00 Uhr
12 Termin(e)
Olena Balun
Heidi Fruhstorfer
Dr. Peter Peter
Dr. Christoph Rohde
Pascal Betsche
P20000
vhs Hans-Schuster-Haus, Innsbruckerstr 3, 83022 Rosenheim, Raum: Saal 1, 1. OG
Kurspreis:
120,00
(gültig ab 14 Teilnehmenden)
Kleingruppenpreis:
156,00
(gültig von 12 bis 13 Teilnehmenden)
Dieser Kurs ist leider nicht mehr online buchbar. Bitte wenden Sie sich an das vhs-Büro, ob ein Einstieg noch möglich ist.
Belegung: